30. August
Projekt Bürger-Solaranlage geht an den Start. Erste Anlage entsteht in Mainz-Weisenau
Ab dem 30. August 2010 haben alle Bürger in Mainz und Umgebung die Möglichkeit, in Solarenergie zu investieren - auch wenn sie nicht über ein eigenes Hausdach verfügen. Auf dem Gelände des ehemaligen Portland-Cement-Werks in Weisenau, das heute dem Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz gehört, entsteht die erste Bürger-Solaranlage. Zwei ehemalige Lagerhallen mit je 5.000 Quadratmetern Dachfläche werden mit rund 4.500 Modulen von SCHOTT Solar bestückt. Ende 2010 soll die Anlage ans Netz gehen und pro Jahr etwa 745.500 Kilowattstunden umweltfreundlichen Sonnenstrom in das öffentliche Netz einspeisen. Das Besondere daran: Jeder Mainzer Bürger kann das Projekt mit einer Anlage in den Bürger-Solarsparbrief unterstützen.
Ermöglicht haben das Projekt Bürger-Solaranlage drei Mainzer Unternehmen: Sparkasse Mainz, SCHOTT Solar AG sowie die Stadtwerke Mainz AG. Darüber hinaus sind die Rio Energie GmbH aus Mainz und die juwi Solar GmbH aus Wörrstadt an Bau und Betrieb der Photovoltaikanlage beteiligt.
Der Bürger-Solarsparbrief wiederum ist ein exklusives Anlageangebot der Sparkasse Mainz. 500 Euro Mindesteinlage muss man investieren, um Mainzer Solarbürger zu werden. Über eine Laufzeit von 5 Jahren werden 3,5 Prozent Zinsen p.a. gewährt. Das Kontingent ist auf 2,3 Millionen Euro begrenzt - dieser Betrag entspricht dem Investitionsvolumen des Projektes. Maximal ist ein Investment von 10.000 Euro möglich. Der Zinsertrag ist nicht an den Ertrag der Photovoltaikanlage gebunden. Beratung erhalten interessierte Privatpersonen ab dem 30. August 2010 in allen Filialen der Sparkasse Mainz. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.solarbuerger-mainz.de.
30. August
In 80 Tagen mit Erneuerbaren Energien um die Welt.
Jule Vernes Traum in 80 Tagen um die Welt zu fahren ist heute auch in emissionsfreien Fahrzeugen möglich. Fünf Teams von vier Kontinenten sind am 16. August zu ihrer emissionsfreien Reise um die Welt aufgebrochen. Organisiert wird das 80 Tage lange "Zero Emissions Race" über rund 30.000 Kilometer vom Schweizer Umweltpionier Louis Palmer. Die Aktion soll das Umweltbewusstsein vor allem für EE fördern. Dies sei nicht nur ein Rennen zwischen den Teams, sondern ein Rennen, um die Erde grüner und lebenswerter für künftige Generationen zu machen, sagte Palmer. "Wir zeigen, dass elektrische Mobilität und EE einen Weg zu einem ökologisch ausgeglichenen Leben bieten", so Palmer. Die Umweltaktivisten fahren durch insgesamt 16 Länder.
Mehr zum Rennen und zu den Stationen auf der Route erfahren Sie hier:
30. August
10./11. November 3. Internationaler Kongress in Erfurt: Technologie – Design – Umwelt
Anspruchsvolles Design versus Solartechnologie? Kühne Architekturkonzepte contra ökologisches Denken? Die Zeiten der Unvereinbarkeit von ästhetischem Anspruch und nachhaltigem Bauen sind vorbei! Bester Beleg dafür ist der 3. Kongress „Bauhaus.SOLAR“, der vom 10. bis 11. November 2010 in Erfurt stattfindet. Praxisnah und interdisziplinär widmen sich internationale Experten den Herausforderungen, die Klimawandel und Umbau der Energiewirtschaft an Architektur und Stadtplanung stellen.
Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht erwartet Sie ein interessantes Programm mit hochkarätigen Vorträgen international renommierter Referenten aus Architektur, Industrie und Immobilienwirtschaft.
Darüber hinaus wird in diesem Jahr erstmals der mit 15.000 Euro dotierte Nachwuchspreis „Bauhaus.SOLAR Award“ vergeben.
Alle Informationen zum 3. Internationalen Kongress Bauhaus.SOLAR und zur Anmeldung finden Sie im Internet unter www.bauhaus-solar.de.
26. August
Studie belegt: Bei längerer Laufzeit müssen Atommeiler in Zukunft extrem häufig heruntergefahren werden
Einer Untersuchung der Universität Flensburg zufolge, die der Ökostrom- Anbieter Lichtblick in Auftrag gegeben hat, würde die zügige Umstellung auf Ökostrom-Kraftwerke bereits im Jahr 2020 zu einem schweren Systemkonflikt führen. Der Autor der Studie, der Energie-Experte Olav Hohmeyer, geht dabei von einem Anteil der EE an der Stromerzeugung von rund 50 Prozent im Jahr 2020 aus. Wird die Laufzeit der AKW von derzeit 32 Jahren auf 45 oder mehr erhöht, sind 2020 noch alle Anlagen in Betrieb - ließen sich aber kaum noch sinnvoll in die Stromversorgung integrieren. EE liefern nach den Berechnungen 2020 soviel Strom, dass die noch benötigte Reststrommenge oft unter die Gesamtleistung der AKW von 21 GW fällt. Sie müssten dann gedrosselt werden. Sinkt die benötigte Leistung aus konventionellen Kraftwerken sogar unter 11,5 GW, müssen die Meiler nach und nach ganz abgeschaltet werden.
Da das Herauffahren eines Meilers laut Hohmeyer etwa 50 Stunden dauert, könnten die AKW anschließend für "erhebliche Zeitspannen" keinen Strom produzieren. Diese Ausfälle aber würden sie in ihrer Fähigkeit, die Fluktuationen der EE auszugleichen, nahezu völlig entwerten. Auch auf die Energiekonzerne kämen durch die Abschaltungen hohe Kosten zu. Laut Hohmeyer müssten sie auf Gewinne in Höhe von bis zu 80 Milliarden Euro verzichten. In der Studie heißt es dazu: "Sobald eine entsprechende Verlängerung der Laufzeiten für deutsche Kernkraftwerke beschlossen wird, wird dadurch für die Kernkraftwerksbetreiber ein Anreiz in Milliardenhöhe geschaffen, den notwendigen und politisch unstrittigen Ausbau der regenerativen Energiequellen nach Kräften zu behindern."
Quelle: Berliner Zeitung, 25.08.2010 | Autor: Jakob Schlandt
25. August
Erstes Energetik100-Haus in Bayern
Am Donnerstag, den 25. August wurde in Puschendorf der Solarspeicher in das erste „Energetik100-Haus“ Bayerns eingebaut. Das Wohnhaus wird, wenn es fertig gestellt ist, zum allergrößten Teil ausschließlich mit Solarenergie beheizt. Der Solarspeicher fällt deshalb wesentlich größer als üblich aus. In Verbindung mit einer großen Solarkollektorfläche und einer intelligenten Gebäudearchitektur werden ca. 95% des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser des Gebäudes durch Sonnenenergie gedeckt. Der Bauherr macht sich dadurch unabhängig von Öl und Gas. Die Betriebskosten des Hauses sind sehr niedrig, auch in Zukunft.
100% nur mit Solarwärme – wie geht das?
Zum einen liefert die großflächige Sonnenwärmeanlage übermäßig viel Energie in den Solarspeicher. Dieser ist zudem so konstruiert, dass er seine Wärme über einen langen Zeitraum nicht verliert. Der Solarspeicher steht mitten in dem Gebäude, das durch seine Bauweise zum einen nur wenig Energie an die Umgebung abgibt aber durch seine Ausrichtung Sonnenlicht einfangen kann. Ein kleiner Kaminofen mit Wärmetauscher kümmert sich um die restlichen 5%. Der CO2-Ausstoß des Gebäudes ist somit nahezu gleich Null.
Für die Beratung stand die DGS-Franken (gemeinnützige "Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.) dem Bauherren zu Verfügung. Die DGS vertritt seit 1975 die Interessen von Verbrauchern und Anwendern zur Nutzung Erneuerbarer Energien und rationeller Energieverwendung.
Weitere Projekte der DGS finden Sie hier:
24. August
"100% EE-Regionen – Umsetzungsstrategien für Kommunen und Landkreise“ am 29. und 30. September
Zahlreiche Kommunen und Regionen haben bewiesen, dass die Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien schon heute möglich ist. Neben einem wirksamen Klimaschutz garantieren Erneuerbare Energien langfristig stabile Energiekosten und eine hohe regionale Wertschöpfung.
In Vorträgen und elf verschiedenen Foren werden konkrete Handlungsmöglichkeiten vorgestellt und wertvolle Tipps für die praktische Umsetzung von Erneuerbaren-Energien-Projekten vor Ort gegeben; unter anderem in den Bereichen Finanzierung, rechtliche Rahmenbedingungen, Steigerung der Wertschöpfung, Potenzialerkennung, Rekommunalisierung und Bürgerbeteiligungen.
Außerdem werden auf dem zweitägigen Kongress neuste Forschungsergebnisse präsentiert, die die kommunale Planung erleichtern und beschleunigen.
Veranstaltet wird der Kongress von der Agentur für Erneuerbare Energien, von dem Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet), dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) und dem Umweltbundesamt. Weiterhin wird der Kongress durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesumweltministers Norbert Röttgen.
Anmelden können Sie sich unter www.100-ee-kongress.de
02. August
BSW-Solar empfiehlt Verbrauchern, auf fachgerechte Installation der PV-Anlagen zu achten
Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr als 3 Gigawattpeak Solarstromleistung in Deutschland neu installiert. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) haben deutlich gesunkene Preise Investitionen in PV-Anlagen in den vergangenen Monaten besonders attraktiv gemacht. Darüber hinaus sei es insbesondere im Juni dieses Jahres zu starken Vorzieheffekten aufgrund der bevorstehenden Kürzung der Solarstromförderung gekommen. Daten der Bundesnetzagentur bestätigen dies: Von Januar bis Mai sind Photovoltaik-Anlagen mit rund 1,7 GWp Spitzenleistung ans Netz gegangen. Allein im Juni könne ein Zuwachs folgen, so die Bundesnetzagentur, der annähernd der Gesamtsumme der ersten fünf Monate entsprechen könnte.
BSW-Solar Geschäftsführer Carsten Körnig appelliert vor diesem Hintergrund an die Verbraucher, auf eine fachgerechte Installation und qualitativ hochwertige Solarstromanlagen zu achten. Ein Weg, die sachkundige Installation einer Solaranlage sicher zu stellen, bietet der Photovoltaik-Anlagenpass des BSW-Solar. Mit ihm dokumentiert der installierende Handwerksbetrieb seine fachmännische Arbeit. Betriebe, die den Anlagenpass anbieten, sind auf www.pvap.de registriert. Informationen rund um die Technik und Förderung von Solaranlagen finden Sie hier: Solarstrom oder Solarwärme
Hintergrund:
Vor wenigen Tagen wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz novelliert. Es sieht bis zum 1. Januar 2012 eine Rückführung der Solarstromförderung in vier Schritten vor:
Rückwirkend zum 1. Juli 2010 werden die Fördersätze um bis zu 13 Prozent und zum 1. Oktober um weitere 3 Prozent reduziert. Zum 1. Januar 2011 folgt eine Rückführung der Zuschüsse um bis zu 13 Prozent und zum 1. Januar 2012 um weitere bis zu 21 Prozent. Die Höhe der Fördereinschnitte innerhalb der jüngsten Gesetzesnovelle orientiert sich am Umfang des Marktwachstums. Wächst der Markt schneller, so wird auch die Förderung schneller abgesenkt. Damit will die Politik die Kosten der Markteinführung begrenzen.
26. Juli 2010
Bis 2050 lässt sich die deutsche Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen.
Um dies bis 2050 zu erreichen, plädiert das UBA für frühzeitige politische Weichenstellungen. „Je früher, je entschlossener wir handeln, desto mehr Zeit bleibt uns für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen“, so Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamts. Außerdem kann Deutschland seine hohe Importabhängigkeit von Primärenergieträgern deutlich reduzieren, wenn der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.
Das Umweltbundesamt untersucht die Umstellung auf 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien in drei Grundszenarien. Die jetzt vorgelegte Studie basiert auf dem Szenario „Regionenverbund“. In diesem Szenario nutzen alle Regionen Deutschlands ihre Potentiale für erneuerbare Energien weitgehend aus. Es findet ein deutschlandweiter Stromaustausch statt. Nur zu einem geringen Anteil wird Strom aus Nachbarstaaten importiert. Die dafür nötigen Berechnungen hat das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des UBA erstellt. Die Wissenschaftler des IWES haben dieses Szenario für vier Wetterjahre stundengenau modelliert. UBA-Präsident Jochen Flasbarth: „Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Stromversorgung bis 2050 vollständig auf erneuerbaren Energien basieren und die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet werden kann.“ Die unterschiedlichen Erzeugungsarten der erneuerbaren Energien, die Speicher und das Lastmanagement sind im Szenario Regionenverbund genau aufeinander abgestimmt. Dadurch können Fluktuationen, die bei erneuerbaren Energien auftreten, jederzeit sicher ausgeglichen werden. Um die Stromversorgung umgestalten zu können, ist es laut UBA notwendig, die erneuerbaren Energien, die Netze und die Speichersysteme deutlich auszubauen. Die Möglichkeiten, Strom einzusparen, müssen außerdem ausgeschöpft werden.
Die UBA-Studie „Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
23. Juli
Die Lernkurve der Erneuerbaren Energien ist bereits beachtlich und wird sich weiter fortsetzen:
Bei nahezu allen Technologien von der Photovoltaik über Biogas- und Windenergieanlagen bis zu Holzpelletheizungen wurden in den vergangenen Jahren erhebliche technische Fortschritte und drastische Kostensenkungen realisiert. Hierzu leisteten die Förderinstrumente EEG im Strombereich und MAP im Wärmesektor entscheidende Impulse.
„Die Erneuerbaren Energien haben seit ihrer Markteinführung nicht nur quantitativ eine stürmische Entwicklung erlebt, sondern auch aus technologischer Sicht Fortschritte erzielt, die noch vor zehn Jahren kaum absehbar waren“, bilanziert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur Erneuerbaren Energien. Auslöser dieser erfolgreichen Entwicklung seien planbare, günstige Rahmenbedingungen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder die Zuschüsse für regenerative Heizanlagen aus dem Marktanreizprogramm (MAP).
Mehr Informationen stellt die Agentur für Erneuerbare Energien bereit!
26. Juli
Kühlen Kopf durch die Kraft der Sonne und Klimaschutz im Blick - Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert Projekte zur Kälteerzeugung aus Solarenergie.
20. Juli
Solarwärme wird ab sofort wieder gefördert
Bei Solarwärmeanlagen gibt es einschneidende Veränderungen bei der Förderung. Aufgrund einer Haushaltssperre war das Marktanreizprogramm (MAP) zur Förderung von Öko-Heizungen im Mai gestoppt worden. Nun ist nach der Aufhebung dieser Sperre auch der Förderhahn wieder aufgedreht worden. Allerdings gelten deutlich geänderten Konditionen. Zukünftig sind Solarwärmeanlagen im Neubau nicht mehr förderfähig. Somit wird das MAP künftig ausschließlich auf den Gebäudebestand fokussiert. Aber auch hier gibt es Änderungen. So entfällt ab sofort die Förderung von Solarwärmeanlagen zur Warmwasserbereitung ebenso wie die für luftgeführte Pelletkessel, Scheitholzvergaserkessel und ineffiziente Wärmepumpen.
Wer sich zukünftig für eine Kombisolaranlage (Warmwasser und Heizung) entscheidet, erhält beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss von 90 Euro pro qm installierter Kollektorfläche. Auch ein zusätzlicher Heizungstausch wird besonders belohnt. So werden weitere 400 Euro als Förderung gezahlt, wenn auch der alte Heizkessel durch einen neuen Brennwertkessel (Gas, Öl) ersetzt wird. Dieser Bonus steigt sogar auf 500 Euro an, wenn stattdessen ein Pelletskessel oder eine Wärmepumpe eingebaut werden.
Die neue Richtlinie zum Herunterladen
Die neuen Antrangsformulare der BAFA finden Sie hier!
Weitere interaktive Informationen zur Solarförderung erhalten Sie unter www.solarfoerderung.de
8. Juli
Wirtschaft reagiert erleichtert auf Aufhebung einer wochenlangen Haushaltssperre
Berlin, 8.Juli 2010 - Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) begrüßt, dass ab sofort wieder Fördermittel für den Einbau von Solarheizungen zur Verfügung stehen. Der Haushaltsausschuss im Bundestag hatte am gestrigen Nachmittag eine im April dieses Jahres verhängte Sperre von Fördermitteln in Höhe von 115 Millionen Euro aufgehoben. Diese hatte dazu geführt, dass der Fördertopf für Solarwärmeanlagen bereits Anfang Mai dieses Jahres erschöpft und die Nachfrage für Solarheizungen eingebrochen war. Erst in den letzten Tagen hatte das Finanzministerium auf Druck der Öffentlichkeit und aller Fraktionen im Bundestag seinen Widerstand aufgegeben und den Weg für die Wiederaufnahme der Förderung frei gemacht. Ab 12.7.2010 können beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wieder Anträge gestellt werden.
„Die Aufhebung der Fördersperre kam in letzter Minute. Ein weiteres Ausbleiben der Fördergelder hätte viele Unternehmen in die Insolvenz getrieben“, so BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig. Er kritisiert, dass in den letzten Monaten große Kollateralschäden in der Solarthermie-Branche in Kauf genommen wurden. Nun könnten Branche und Verbraucher endlich aufatmen. Die Heizungsmodernisierung mit Hilfe von Solarheizungen werde ab sofort vom Bundesamt für Wirtschaft wieder finanziell gefördert. „Diese Möglichkeit sollte jetzt von allen Gebäudeeigentümern genutzt werden, die noch nicht die Kraft der Sonne für die Heizungsunterstützung nutzen“, so Körnig. Nach Angaben des BSW-Solar nutzen bereits rund 3 Millionen Bundesbürger Solarwärme für die Erwärmung ihres Eigenheimes oder von Brauchwasser.
Die vollständige Pressemitteilung lesen
7. Juli
Bund und Länder haben sich im Vermittlungsausschuss auf kleinere Änderungen bei der künftigen Vergütung für Solarstrom geeinigt.
Die Förderung soll nun in zwei Schritten abgesenktwerden. Die Vergütung für Aufdachanlagen soll rückwirkend zum 1. Juli um 13 Prozent sinken, die für Freiflächenanlagen um zwölf Prozent und die für Anlagen auf Konversionsflächen um acht Prozent. Ab dem 1. Oktober soll die Vergütung für alle drei Anlagenklassen nochmals um drei weitere Prozent sinken. Der Kompromiss weicht damit nur unwesentlich von dem im Bundesrat zunächst zurückgewiesenen Gesetzesvorhaben ab. Die Entscheidung könnte schon in dieser Woche vom Bundestag und Bundesrat bestätigt werden.
„Das Vermittlungsergebnis ist lediglich ein kosmetischer Eingriff und enthält keine substanziellen Nachbesserungen“, sagte Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft. „Deutschlands Solarindustrie steht nun vor der großen Herausforderung, die Kosten für die Produktion von Zellen, Modulen und anderen Solarkomponenten noch schneller zu senken als in der Vergangenheit und gleichzeitig die Wirkungsgrade und Qualität der Produkte weiter zu steigern.“ Der BSW-Solar hatte die Politik aufgefordert, die Summe der bis zum 1.1.2012 geplanten Fördereinschnitte von bis zu 42 Prozent zu reduzieren und an der tatsächlichen Kostenentwicklung der deutschen Solarwirtschaft zu orientieren, um den weiteren Ausbau der Solarindustrie am Standort Deutschland nicht zu gefährden. Der Bundesverband Solarwirtschaft bedauert, dass mit dem aktuellen Kürzungsbeschluss die Förderung von Solarstromanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zukünftig ganz ausgeschlossen werden soll. Er kritisiert darüber hinaus, dass der Eigenverbrauch von Solarstrom nicht stärker angereizt wird. Beide Maßnahmen hätten zur schnelleren Kostensenkung von Solarstrom beitragen können.
Hier gelangen Sie zu den aktuellen Daten der Solarstromförderung
14. Juni 2010
Durch die Sperrung von 115 Millionen Fördermitteln für Ökoheizungen entgehen dem Fiskus selbst bei konservativen Annahmen in diesem Jahr rund 150 Millionen an Steuereinnahmen.
Daneben fallen Sozialversicherungsbeiträge und Arbeitsmarktentlastungen in Millionenhöhe aus. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien hervor. Berechnet wurde, wie viele Einnahmen Bund, Länder und Kommunen durch die Sperrung des Marktanreizprogrammes entgehen. Ein Drittel der diesjährigen Fördersumme von insgesamt 400 Millionen Euro ist seit April 2010 vom Bundesfinanzministerium mit einer Haushaltssperre belegt. Die Folge: Investitionszuschüsse für Solarthermie, Holzheizungen und Wärmepumpen können nicht mehr ausgezahlt werden.
„Bleiben die Mittel blockiert, bringt sich der Fiskus um Steuereinnahmen und betätigt sich als Investitionsbremse. Denn viele Heizungsmodernisierungen werden auf die lange Bank geschoben“, kommentiert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien die Ergebnisse des ifo-Gutachtens. „Die Freigabe der gesperrten Mittel käme einem kleinen Konjunkturprogramm mit großer Klimawirkung gleich,“ so Mayer weiter.
Laut Gutachten kann die gesperrte Fördersumme von 115 Millionen Euro private Investitionen in Höhe von 844 Millionen Euro auslösen. Auf allen Stufen der Wertschöpfungskette – bei Fertigung, Vertrieb und Installation der Heizungstechnik – entstehen Steuereinnahmen. Diese übersteigen auch bei konservativen Annahmen die Förderausgaben: Selbst wenn nur jede zweite Heizungsmodernisierung aufgrund des Förderstopps wegfiele, rechnet das ifo noch mit einem deutlichen Steuerplus: „Das Marktanreizprogramm ist offensichtlich ein Beispiel dafür, dass staatliche Förderung sich durchaus auch aus Sicht der Haushälter positiv auswirken kann, indem Mittel zurückfließen“, fasst Manfred Schöpe vom Institut für Wirtschaftsforschung zusammen.
Die Studie des ifo-Instituts sowie ein ausführliches Hintergrundpapier mit Grafiken finden Sie hier!
26. Mai 2010
Der Absatz von Solarstromanlagen wird in Deutschland nach Erwartungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) im laufenden Jahr im deutlich zweistelligen Prozentbereich wachsen.
Dies äußerte der Verband im Vorfeld der Weltleitmesse Intersolar Europe, die vom 9. bis 11. Juni auf dem Gelände der Neuen Messe München stattfindet. Die weltweit größte Fachmesse der Solarwirtschaft wird von der Intersolar Europe Conference begleitet, die vom 7. bis 11. Juni im International Congress Center München (ICM) stattfindet.
Bereits im vergangenen Jahr hat die Nachfrage nach Solarstromanlagen in Deutschland kräftig angezogen. Bei der Bundesnetzagentur wurde eine neu installierte Photovoltaikleistung von 3,8 Gigawatt (GW) registriert. Insgesamt sind in Deutschland derzeit Photovoltaikanlagen mit einer Spitzenleistung von rund zehn Gigawatt am Netz. Sie reicht aus, um den jährlichen Stromverbrauch von fünf Millionen Bürgern zu decken.
Auslöser für das auch in diesem Jahr erwartete starke Marktwachstum ist die jüngst vom Bundestag beschlossene außerordentliche Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Sie sieht eine deutliche Absenkung der Solarstromförderung zum 1. Juli 2010 und erneut zu Beginn nächsten Jahres vor. "Viele Verbraucher und Investoren versuchen derzeit, noch in den Genuss der alten Förderkonditionen zu gelangen. Wir rechnen deshalb 2010 mit Vorzieheffekten und einer Rekordnachfrage", so BSW-Solar Geschäftsführer Carsten Körnig.
Welche Technologien und Verfahren dafür aktuell zur Verfügung stehen, können Unternehmer und Solarstrom-Interessierte auf dem Gelände der Neuen Messe München erleben: Vom 9. bis 11. Juni auf der Intersolar Europe und vom 7. bis 11. Juni auf der begleitenden Intersolar Europe Conference. Hier präsentiert die Branche den „State-of-the-Art“ der nationalen und internationalen Solarwirtschaft. Im Mittelpunkt stehen die Themen Photovoltaik und Solarthermie aber auch Solarthermische Kraftwerke, wie sie bei dem Wüstenstrom-Projekt „Desertec“ eingesetzt werden sollen. Wie sich der deutsche Markt und die internationalen Zukunftsmärkte in Europa aber auch in Indien und den USA entwickeln steht im Fokus der Veranstaltung "PV Market Trends Europe, U.S., India" am Montag den 7. Juni 2010 von 12.00–17.30 Uhr im Rahmen der Intersolar Europe Conference.
Der BSW-Solar empfiehlt Verbrauchern und Investoren, bei der Auswahl geeigneter Produkte keinesfalls nur nach dem Preis zu schauen. Nur bei einer Betriebszeit von mindestens 20 Jahren könne die Solarstromanlage Zuschüsse optimal nutzen und die gewünschten Renditen erwirtschaften. Neben der Qualität der Komponenten komme deshalb auch der fachgerechten und sorgfältigen Planung sowie der Installation der Solaranlage durch Experten eine hohe Bedeutung zu.
Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung