Sonnenwärme im XXL-Format plus Pellets

Quelle: DEPI, Berlin

Innovatives Hauskonzept der Familie Rechlin aus Weimar an der Lahn

Familie Rechlin aus dem südlich Marburg gelegenen Weimar an der Lahn nutzt in ihrem Einfamilienhaus die Sonnenwärme im XXL-Format und kombiniert sie mit einer Pelletsheizung. Wesentliche Teile des Stromverbrauchs erzeugt eine Photovoltaikanlage.

„Aufgrund der stetig steigenden Energiekosten und der endlichen Energieressourcen war es unser Ziel, ein Haus mit einem niedrigen Energiebedarf zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis zu bauen“, erklärt Norbert Rechlin, der beruflich als Außendienstmitarbeiter arbeitet. „Außerdem wollten wir möglichst viel vom einzigen kostenlosen Energieträger, nämlich der Sonnenenergie nutzen, und den restlichen Energiebedarf regenerativ sicherstellen.“

Kollektoren in der Südfassade

Im März 2011 zogen sie in ihren Neubau, einem massiv errichteten und besonders gut gedämmten Gebäude mit Fenstern in Dreischeibenverglasung. Es besteht aus zwei Baukörpern: Ein Bereich mit Flachdach wird durch Norberts Frau Heike geschäftlich genutzt und besitzt ein Gründach. Im Baukörper mit Satteldach wohnt das Ehepaar. Die Wohnfläche mit Geschäft, Wohnbereich und Heizungsraum beträgt etwa 175 Quadratmeter.

Die Solarkollektoren ließen die beiden in die Südfassade integrieren, um die tief stehende Sonne im Winter besonders gut nutzen zu können. Acht Kollektoren mit 18 Quadratmeter Fläche zieren tief blau schimmernd die Hauswand. „Sehr oft bleiben Spaziergänger vor dem Haus stehen und fragen nach den ´blauen Fenstern´ und ob man da von innen rausschauen kann. Wir schmunzeln immer, wenn sie grübelnd davorstehen“, berichtet Norbert Rechlin.

Familie Rechlin; Quelle: DEPI, Berlin

Komfortabler Holzpelletskessel

Die Flachkollektoren speisen einen 700 Liter Pufferspeicher, der wiederum die Fußbodenheizung versorgt und Trinkwasser hygienisch frisch über einen Plattenwärmetauscher erwärmt (weitere Informationen über Wärmespeicher: www.waermespeichern.de). Wenn die Solaranlage einmal nicht ausreichend Energie bereitstellen kann, übernimmt ein Holzpelletkessel die Arbeit. Dieser hat eine Leistung von 10 Kilowatt und ist über ein Saugsystem mit dem Pelletlager verbunden. „So holt er sich automatisch Nachschub und wir müssen nur einmal im Jahr die Asche wegbringen“, so Norbert Rechlin.

Die Solarthermieanlage arbeitet derart effizient, dass der Pelletkessel selbst im tiefsten Winter an manch sonnigen Tagen gar nicht anspringen muss. Im Jahr verbrauche man gerade einmal rund zwei Tonnen der Presslinge. Um auch im Sommer möglichst viel der Wärme vom Dach zu nutzen, wurden Waschmaschine und Geschirrspülmaschine mit Warmwasseranschluss versehen und sind somit überwiegend solar versorgt.

Auf dem Dach ist zudem eine Photovoltaikanlage mit 2 Kilowatt peak Leistung installiert. Norbert Rechlin: „Ziel war es hier, möglichst viel des selbst erzeugten Stroms direkt zu verbrauchen. Die Anlage bringt rund 2.000 Kilowattstunden pro Jahr, wovon wir etwa 1.000 Kilowattstunden direkt nutzen.“ Zusammen mit der Regenwassernutzung, dem Bezug von Ökostrom und der Verlegung einer separaten Stromleitung für ein späteres Elektromobil ist hier ein schmuckes zukunftsfähiges Domizil entstanden, das seines gleichen sucht.

 

 

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