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Foto: privat

„Optimale Abstimmung aller Komponenten wichtig“

Jeanette Schnorrenberger ist Architektin und Gebäudeenergieberaterin in Bad Kreuznach. Sie wohnt in einem Haus von 1964, das sie mit hohem Dämmstandard, luftdichter Hülle, Solarthermie-Kombianlage und Pelletheizung auf KFW-Neubau-Niveau saniert hat.

Was macht Solarthermie so attraktiv für die häusliche Wärmeversorgung?
Immer, wenn die Witterung solare Erträge zulässt, ist ihre Nutzung möglich. Das bedeutet, dass selbst im Winter und besonders in den Übergangszeiten das Heizen ohne Einsatz von Brennstoffen möglich ist.

Auf was ist bei der Planung zu achten?
Zunächst muss der Pufferspeicher groß genug sein, damit die Heizungsanlage nicht immer anspringen muss, um kleine Temperaturschwankungen, evtl. durch Lüften und schlechtes Wetter, auszugleichen. Neben der Südausrichtung sollte die Dachfläche ausreichend groß und nicht verschattet sein. Beim Flachdach hat man die Möglichkeit der Aufständerung.

Woran erkenne ich Qualität?
Hilfreich können Prüfsiegel und Testberichte sein. Beim Kauf sollte auf die Normen DIN EN 12975 und DIN EN 12976 geachtet werden, das Produkt besitzt dann das „DIN-Geprüft“-Zeichen. Zusätzlich gibt es das „Solar-Keymark“-Zeichen, eine europaweit einheitliche Zertifizierung. Empfehlenswert ist auch die Liste mit den förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen des Bundesamts für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Quelle: Sonnenhaus-Institut

Welchen Deckungsgrad erreicht man bei der Heizungsunterstützung?
Das hängt von Faktoren wie Dämmstandard, Fenstern und Flächenheizung ab. Bis zu 20 Prozent sind gut erreichbar. Wesentlich höhere Werte bis 35 Prozent und mehr können durch eine hohe Qualität der Gebäudehülle und Fußbodenheizung erreicht werden. Auch die Kollektorart und die optimale Abstimmung aller Systemkomponenten spielt eine Rolle.

Und wenn man noch mehr solare Anteile erzielen will?
In diesem Fall kann ein „Sonnenhaus“ realisiert werden. Hier werden mindestens 50 Prozent solarer Deckungsgrad erreicht. Dafür braucht man zum Beispiel eine „perfekte“ Ausrichtung, eine gut gedämmte und luftdichte Gebäudehülle, passive Solarenergienutzung und einen besonders großen Pufferspeicher.

Eine Kombination mit Holzpellets ist in jedem Fall sinnvoll?
Ja, denn in dieser Kombination läuft die Heizung ausschließlich mit erneuerbaren Energien und ist somit besonders nachhaltig.

Was kostet eine Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung im Einfamilienhaus und wie finanziert sie sich?
Pauschal ist das schwer zu sagen - für eine vierköpfige Familie ist sie ab ca. 10.000 Euro realisierbar. Sollte nicht genügend Eigenkapital zur Verfügung stehen, kann oft auf staatliche Investitionszuschüsse (BAFA) oder Darlehen (KfW) zurückgegriffen werden. Die Amortisation hängt dann auch von der Energiepreisentwicklung ab. Bei guten Bedingungen kann sich die Anlage nach 10 bis 12 Jahren rechnen.

 

 

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